Klare Worte, klare Meinung.
Kolumne von Nona Simakis
Ich distanziere mich von jedem Extremismus. Wirklich von jedem. Nicht halb. Nicht taktisch. Nicht je nachdem. Nicht nach Ecke. Extremismus ist Extremismus. Fertig. Ob links oder rechts. Ich hoffe, das muss man hier nicht nochmal erklären.
Und ich will den Fokus heute mal bewusst auf den Iran legen. Und eigentlich auch auf alle Menschen, die für ihre Freiheit aufstehen. Wer sein Leben riskiert, weil er in Würde leben will, verdient Solidarität. Und ganz ehrlich. Das sollte man nicht mal groß begründen müssen. Das sollte in unserer moralischen Ethik einfach drin sein. Als Selbstverständlichkeit.
Was mich dabei so fassungslos macht, ist dieses selektive Schweigen. Wenn Freiheitsbewegungen nicht ins eigene ideologische Raster passen, wird plötzlich relativiert. Es wird abgewiegelt. Man guckt weg. Oder man wird ganz still. Und nein. Das ist dann nicht nur Bequemlichkeit. Das ist moralisches Versagen. Wer bei systematischer Repression und Gewalt konsequent wegschaut oder es kleinredet, lässt dem Unrecht den Raum, in dem es weitermachen kann.
Und genau da sehe ich seit Jahren ein Muster bei Teilen der Linken. Da geht es oft weniger um die Menschen vor Ort und mehr um das eigene Lagergefühl. Und ja. Es war eben auch immer wieder so, dass man aus dieser Ecke auffällig nachsichtig war gegenüber dem Mullah Regime, weil dessen Israel Feindbild so gut in bestimmte Erzählungen passt. Nur wird dabei gern ausgeblendet, dass dieses Regime nachweislich Hamas unterstützt. Finanziell und über Netzwerke, die genau dafür sanktioniert werden. Und genauso wird ausgeblendet, dass Hamas den Gazastreifen seit 2007 kontrolliert. Das interessiert dann plötzlich nicht mehr, weil es unbequem wäre.
Und dann kommt diese Relativierung, die ich wirklich nicht mehr ertrage. Mir ist das in einem Dialog mit einer linken Person genau so gesagt worden. (Wir machen ja nur Sachbeschädigung, rechts wäre schlimmer, die gehen auf Menschen.) Sorry. Aber da stimmt doch etwas grundsätzlich nicht. Wer so argumentiert, hat den Maßstab verloren. Einschüchterung und Gewalt werden nicht harmlos, nur weil man sie in eine Rangliste packt. Und wer Extremismus entschuldigt, nur weil er aus der eigenen Richtung kommt, normalisiert ihn am Ende.
Und ja. Es wird noch gefährlicher, wenn das dann in die Mitte rutscht. Wenn andere Parteien anfangen, das weich zu zeichnen oder auszuweichen. Ich sehe dieses Ausweichen bei den Grünen. Und teilweise auch bei der SPD. Dieses Einordnen. Dieses Man müsse verstehen. Nein. Man muss nicht verstehen. Man muss sich klar distanzieren. Wenn der Wurm im Apfel ist, dann ist der Apfel nicht mehr zu essen.
Und zum Schluss sage ich das jetzt so klar, wie es ist. Wenn linke Stimmen und linke Medien in Deutschland meinen, eine Freiheitsbewegung wie im Iran nicht klar zu unterstützen, sie kleinzureden oder still zu verschweigen, dann stellt ihr euch moralisch auf die Seite der Unterdrücker. Dann seid ihr moralisch nicht besser als das Regime, gegen das diese Menschen aufstehen. Und das sollte jedem klar sein.
Extremismus hat hier nichts zu suchen. Kein Applaus. Keine Ausreden. Keine moralischen Sonderregeln. Und wer sich angesprochen fühlt, darf sich die Schuhe gern anziehen.
Klare Worte – Klare Meinung
Kolumne von Nona Simakis
QUELLEN
Hamas kontrolliert den Gazastreifen seit 2007
https://docs.un.org/en/a/73/pv.47
US Treasury zu Hamas-Finanzierungsnetzwerken (inkl. Hinweis auf Iran-nahe Facilitators)
https://home.treasury.gov/news/press-releases/jy1816
US State Department Menschenrechtsbericht Iran (Country Reports on Human Rights Practices)
https://www.state.gov/reports/2024-country-reports-on-human-rights-practices/iran
Amnesty International Jahresbericht Iran 2024/2025 (HTML)
https://www.amnesty.org/en/documents/mde13/9275/2025/en/
Amnesty International Jahresbericht Iran 2024/2025 (PDF)
https://www.amnesty.org/en/wp-content/uploads/2025/04/MDE1392752025ENGLISH.pdf
