Wenn Dialog plötzlich unerwünscht ist

Nonas Kolumne

Klare Worte, klare Meinung

Ich habe es wirklich probiert. Ja, ich habe es wirklich probiert.

Ich habe versucht, Dialoge zu führen. Ich habe versucht, mit diversen Politikern in einen Diskurs zu gehen, indem ich auf Kommentare geantwortet und bewusst respektvoll und sachlich formuliert habe.

Mir geht es wirklich um echten Austausch und um einen lebendigen Dialog.

Auf meiner Dortmunder-Darlings-Seite habe ich Umfragen gemacht. Und was ich dabei immer wieder feststelle, ist bemerkenswert. Je kritischer du Fragen stellst, je weniger du automatisch einer Meinung bist und genau das tust, was Politiker so gern predigen, nämlich den Dialog zu suchen, desto schneller passiert Folgendes. Entweder wird dein Kommentar gelöscht, du wirst blockiert oder die Anhänger entsprechender Parteien tauchen auf deiner Seite auf und liefern das ganze Programm aus Beleidigungen, Unterstellungen und persönlichen Zuschreibungen.

Man muss sich das einmal in Ruhe vor Augen führen.

Auf meine einfache Frage, ob andere auch schon blockiert wurden, mit den Antwortmöglichkeiten ja, nein oder erzähl mir deine Geschichte, folgte nicht etwa ein sachlicher Austausch. Stattdessen kamen Beschimpfungen wie rechter Lappen.

Eine einfache Frage.

Ohne politischen Kampfbegriff.

Ohne Provokation.

Was ich derzeit häufig beobachte, ist dieses ständige Zeigen auf andere. Ein Verhalten, das ich persönlich eher aus dem Kindergarten kenne als aus verantwortlicher Politik. Statt zu sagen, hier hätten wir genauer hinhören können oder dort hätten wir nachjustieren müssen, entsteht oft der Eindruck, dass Bürgernähe vor allem dann willkommen ist, solange sie zustimmt.

Meine Erfahrungen der letzten 72 Stunden zeigen mir jedenfalls sehr deutlich, wie schnell kritische Nachfragen in Schubladen einsortiert werden. Kaum stellst du unbequeme Fragen, landest du gedanklich bei manchen sofort in einer Ecke, in die du nie gehört hast.

Wenn die Bereitschaft zum offenen Gespräch schwindet, verändert sich langfristig auch das Klima einer Gesellschaft. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf diese Dynamik.

Und ganz ehrlich.

Wer sich auch nur ein wenig mit meinen Texten, Gedichten und Beiträgen beschäftigt, erkennt sehr klar, wofür ich stehe. Mein Antrieb war immer ein ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit und genau aus diesem Impuls heraus stelle ich Fragen.

Ich bin parteilos.

Und ich halte es in einer offenen Gesellschaft für vollkommen legitim, respektvoll nachzufragen, auch dann, wenn es unbequem wird.

Und hier interessiert mich wirklich eure Erfahrung.

Wirst du auch mundtot gemacht

Wirst du blockiert

Denn ich halte das für eine ernsthafte und wichtige Frage.

Sollten Politiker oder öffentliche Akteure Menschen blockieren dürfen, solange keine Beleidigungen vorliegen

Immerhin sind es die Bürgerinnen und Bürger, die sie wählen.

Und es sind unsere Stimmen und unsere Steuergelder, mit denen politische Verantwortung getragen wird.

Gerade deshalb lohnt es sich, hier genau hinzuschauen. Auch dann, wenn diese Frage für manche auf den ersten Blick klein oder überflüssig wirken mag.

Ich bin sehr gespannt auf eure Erfahrungen.

Nona Simakis

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