Wollen wir die Probleme eigentlich lösen?


Ich frage mich mittlerweile, ob wirklich das Ziel verfolgt wird, die Probleme der Obdachlosigkeit, der Drogenkriminalität und anderer sozialer Missstände dauerhaft zu lösen. Oder ob sich inzwischen ein ganzes System aus Fördergeldern, Projekten, Behörden und Organisationen entwickelt hat, das eher mit der Verwaltung dieser Probleme beschäftigt ist als mit deren Beseitigung.
Denn wenn diese Probleme tatsächlich deutlich kleiner würden, gäbe es auch deutlich weniger Bedarf an vielen Programmen, Förderungen und Strukturen, die heute davon leben. Genau dieser Gedanke lässt mich zunehmend daran zweifeln, dass überhaupt ein ernsthaftes Interesse besteht, diese Probleme an der Wurzel anzugehen und dauerhaft zu lösen.
Vielleicht ist das eine unbequeme Frage. Aber sie drängt sich mir immer häufiger auf, wenn ich durch Dortmund gehe und die Diskussionen der letzten Jahre verfolge.
Denn die Probleme, über die heute gesprochen wird, sind nicht neu. Die Situation in Teilen der Innenstadt, die Drogenproblematik, die Sorgen vieler Geschäftsleute und die Beschwerden von Bürgern – all das ist seit Jahren unübersehbar.
Und trotzdem wird nach jeder Wahl wieder von Aufbruch, Veränderung und neuen Chancen gesprochen.
Dabei frage ich mich, was sich tatsächlich grundlegend verändert hat.
Wer die Dortmunder Kommunalpolitik verfolgt, stellt fest, dass die meisten politischen Kräfte, die in den vergangenen Jahren Verantwortung getragen haben, weiterhin die Geschicke dieser Stadt bestimmen. Die Probleme sind schließlich nicht plötzlich entstanden, sondern haben sich über Jahre entwickelt. Deshalb darf man auch fragen, warum sie bis heute bestehen.
Besonders irritierend finde ich dabei eine andere Entwicklung.
Immer wieder veröffentlichen Bürger Fotos und Videos aus der Dortmunder Innenstadt. Sie zeigen Zustände, die ihnen Sorgen bereiten, und dokumentieren das, was sie tagtäglich sehen.
Und erstaunlich oft richtet sich die anschließende Kritik nicht gegen die Zustände selbst – sondern gegen diejenigen, die sie sichtbar machen.
Dann heißt es, Dortmund werde dadurch schlecht dargestellt, man schade dem Image der Stadt oder solle solche Bilder nicht veröffentlichen.

Aber das Problem ist doch nicht das Foto. Das Problem ist das, was auf dem Foto zu sehen ist.

Eine Stadt wird nicht dadurch beschädigt, dass Missstände dokumentiert werden. Eine Stadt wird dadurch beschädigt, dass diese Missstände über Jahre bestehen bleiben. Wer die Realität zeigt, greift Dortmund nicht an. Wer die Realität zeigt, hält Dortmund einen Spiegel vor.
Und vielleicht liegt genau darin das Unangenehme. Denn ein Spiegel zeigt nicht nur die schönen Seiten.


Dabei liebe ich diese Stadt. Dortmund hat Herz. Dortmund hat Charakter. Dortmund hat großartige Menschen. Gerade deshalb wünsche ich mir mehr Ehrlichkeit in der Diskussion. Denn Liebe zu einer Stadt bedeutet für mich nicht, alles schönzureden. Liebe zu einer Stadt bedeutet, dass man möchte, dass sie besser wird.


Deshalb reicht es nicht aus, immer neue Programme, Projekte und Konzepte anzukündigen. Irgendwann müssen sich Ergebnisse zeigen.
Irgendwann muss man die Frage stellen dürfen, warum trotz unzähliger Maßnahmen viele Probleme weiterhin bestehen. Irgendwann muss man die Frage stellen dürfen, ob wir Probleme tatsächlich lösen wollen oder ob wir uns daran gewöhnt haben, sie dauerhaft zu verwalten.
Und vielleicht liegt genau dort der Punkt, über den wir viel häufiger sprechen sollten.
Denn am Ende interessieren die Menschen keine Pressemitteilungen, keine Absichtserklärungen und keine wohlklingenden Konzepte. Die Menschen interessiert, ob ihre Stadt lebenswerter geworden ist.

  • Ob sie sich sicher fühlen.
  • Ob die Innenstadt ein Ort ist, an dem man sich gerne aufhält.
  • Ob Probleme tatsächlich kleiner werden.

  • Daran wird sich jede Politik messen lassen müssen.
  • Nicht an ihren Ankündigungen. Sondern an ihren Ergebnissen.

Dortmund #DortmundInnenstadt #Klartext #Stadtentwicklung #Kommunalpolitik #LebenswertesDortmund #DO26 #Ehrlichkeit #DortmundLiebe

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner